Badespaß in Fraßdorf

Wasserspaß ohne Risiko - KinderKinder
Pack die Badehose ein…

In den 50iger Jahren, als es noch keinen Fernseher und kein Handy gab, war für uns Fraßdorfer Kinder das Baden gehen im Sommer der größte Spaß.

Die einzige Möglichkeit in Fraßdorf dafür bot der „Fischteich“ auf der Wiese von Bauer Rößler. Der Teich war nicht sehr tief und zu unserer Zeit schon leicht verschlammt. Das hinderte uns Kinder aber nicht, dort zu baden. Alle Kinder, so auch ich, haben zu dieser Zeit dort das Schwimmen gelernt – ohne Schwimmlehrer oder beheiztem Schwimmbecken.

Die größte Freude hatten wir dann noch, wenn die Süßkirschen an der „Etzdorfer Trifft“ reif wurden. Ein Baum war besonders früh reif und der gehörte natürlich uns Kinder.

Bedingt durch das Trinkwassereinzugsgebiet rund um Fraßdorf zur Trinkwassergewinnung für die Stadt Dessau – es wurden täglich 20.000 m3 Grundwasser durch Trinkwasserbrunnen nach Dessau gepumpt – trocknete unser Badeteich auf Rößlers Wiese allmählich aus.

Wir hätten, wenn wir baden wollten entweder nach Repau oder nach Zehmigkau in den Bruch mit dem Fahrrad fahren müssen. Auch am Elsnigker Schachtteich oder in der Mosigkauer Badeanstalt wäre das Baden möglich gewesen. Alles wäre sehr weit und mit dem Fahrrad im heißen Sommer anstrengend gewesen.

1956 wurde dann unser Fraßdorfer Dorfteich gereinigt. Mit Kipploren wurde der Schlamm aus dem Teich geschoben und auf dem heutigen Grundstück NEUBERT abgekippt.

Als der Sommer 1959 (?) sehr heiß war, kamen wir Jungs dann auf die Idee im Dorfteich zu baden. Dies war allerdings verboten (warum auch immer?).

Dorfteich in Fraßdorf –
in Blickrichtung zum Grundstück Gleau

Der Dorfpolizist, den es damals in jedem Ort noch gab, ordnete an den Teich sofort zu verlassen. Wir Jungs saßen alle auf GLEAUs Seite des Teiches und wollten gerne weiter baden – lieferten uns also ein Katz- und Mausspiel mit dem Dorfpolizisten. Wenn der Polizist auf unsere Seite zu kam, schwammen wir schnell auf die andere Teichseite, so daß er uns nicht greifen konnte. Das passierte aber nicht oft, denn der Dorfpolizist konfiszierte dann kurzerhand unsere Sachen, welche auf der Seite am Umspannwerk abgelegt waren und nahm diese mit in seine Wohnung, wo er auch sein Büro hatte.

Nun war guter Rat teuer, denn wir wollten ja unsere Sachen wieder zurück haben. Wir Jungs machten uns voll dreckig mit Schlamm und marschierten zur Wohnung des Polizisten ROTTER. Die Wohnung befand sich im oberen Geschoß der damaligen Brennerei, eine steile Treppe führte hinauf. Frau Rotter war eine sehr reinliche Frau. Alles blitze bei ihr zu Hause. Als sie die Horde Jungs die Treppe rauf kommen sah, naß und voller Dreck und Schlamm, schimpfte sie ihren Mann kräftig aus, so daß dieser sofort unsere Sachen rausrückte und wir Jungs schnell verschwinden konnten. Das Schimpfen seiner Frau war noch weit zu hören.

1962 planten dann die Fraßdorfer, den alten Fischteich im NAW (Nationales AufbauWerk) als Bad für die Kinder herzurichten. (Die Zeitung „Freiheit“ v. 04.08.1962 berichtete von dem Vorhaben) Vom 23.Juni bis 18. Juli, als noch keine so große Arbeitsspitze in der Landwirtschaft war, wurden 1.315 Std. im NAW geleistet. Alt und Jung zogen nach Feierabend mit Hacke und Schippe zum Einsatz.

In diesen Wochen haben die Fraßdorfer 400 m3 Erde bewegt und 200 Transportstunden geleistet. Der Gesamtwert betrug 7.882,00 Mark.

Auch waren schon Betonteile angefahren.

Leider blieb das Projekt unvollendet, da die Gemeinde keine Genehmigung für die Wasserzuführung vom Wasserwerk an der Quellendorfer Straße erhielt.

Der Teich wurde dann nach und nach wieder zugefüllt und ist heute Bestandteil von Rößlers Wiese.

1974 bis 1979 wurde in Quellendorf im Nationalen Aufbauwerk NAW ein Freibad errichtet. Viele Betriebe halfen mit Technik und Material, die Quellendorfer leisteten ungezählte Aufbaustunden. Nicht nur die Quellendorfer nahmen das Freibad schnell in Besitz, auch Menschen der umliegenden Dörfer sowie aus Köthen und Dessau kamen hierher, um sich zu erholen.

Das Freibad in Quellendorf

Im Jahr 2004 machte das Bad nicht mehr auf. Nach über 20 Jahren hatte sich ein Sanierungsstau aufgebaut den die Gemeinde, sie war Eigentümerin des Bades, nicht mehr aufbringen konnte. Auch Nachbargemeinden sahen sich nicht in der Lage finanzielle Mittel beizusteuern.

Das bedeutete das endgültige Aus für dieses schön gelegene Freibad – schade!

Im Jahr 2017 herrschte noch einmal im Badebecken von Quellendorf viel Betrieb – bei den Dreharbeiten zum Fernsehfilm „Stilles Tal – Die Flut“ mit Wolfgang Stumph und Robert Atzorn in den Hauptrollen. Gedreht wurde im Juli. Und die Filmemacher waren froh, ein stillgelegtes Freibad gefunden zu haben.

Dreharbeiten zum Fernsehfilm „Stilles Tal – Die Flut“
Dreharbeiten zum Fernsehfilm „Stilles Tal – Die Flut“

Gemütliche Weihnachtsfeier 2022

Alle Fraßdorfer Einwohner waren eingeladen worden, um gemeinsam einige gemütliche und besinnliche Stunden bei Kaffee, Kuchen und Weihnachtsgebäck in Familienatmosphäre zu verbringen.

Schön festlich eingedeckte Tische und ein geschmückter Weihnachtsbaum strahlten den eintretenden Besuchern entgegen. Rentner und Eltern mit ihren Kindern sind am Vortag des 1. Advent gekommen, um die weihnachtliche Zeit einzuläuten.

Gerne hätten es noch einige Einwohner und Kinder mehr sein können.

Sehr schade für die Daheimgebliebenen, denn sie haben schon einiges verpaßt.

Nach einer wohlschmeckenden Kaffeerunde gingen die Kinder mit ihren Eltern zum Weihnachtsbasteln in einen kleineren Nebenraum, so daß die Rentner ausgiebig und ungestört schwatzen konnten.

Später dann wurden die Basteleien bewundert und gemeinsam Weihnachtslieder mit Gitarrenbegleitung durch Ralf Moritz gesungen. Dazu gab es Glühwein, ein Bierchen oder noch andere alkoholfreie Getränke und dann zu abendlicher Zeit einen Bockwurstimbiss. Die Stimmung am Nachmittag war fast wie zu Hause in der Familie.

Die superfleißigen und sehr umsichtigen Weihnachtswichtel bescherten vielen Fraßdorfern eine urgemütliche Weihnachtsstimmung!

Ihnen gebührt deshalb ein ganz besonders herzliches Dankeschön!

Das Traditionsfeuer in Fraßdorf wurde entzündet…

Die Bürgermeister von Fraßdorf

Dieser Auszug aus der „Festschrift zur 750-Jahrfeier“ FRAßDORF 1266 – 2016 gibt einen Überblick darüber, welche Personen das Bürgermeisteramt in welchem Zeitraum innne hatten.

Von einigen Fraßdorfer Bürgermeistern liegen Fotos vor:

Ralf Moritz

Seit 2012 ist Ralf Moritz Bürgermeister in Fraßdorf

Von 1848 an bis zum heutigen Tag lag das Bürgermeisteramt in den Händen von 17 männlichen Personen und einer weiblichen Person.

Diese eine Bürgermeisterin war Frau Elsa Neubert. Über 12 Jahre bekleidete sie in Fraßdorf dieses Amt und wohnte mit ihrer Familie in unserem Dorf. Sie hatte großes Interresse, daß sich das Dorf weiter entwickelt und ein reges Dorfleben herrscht.

In ihrer Amtszeit wurde z.B. erreicht, daß die Busanbindung zur Kreisstadt von bis dahin nur Dienstags und Freitags nun täglich mehrmals erfolgte. Deswegen wurde auch 1967 eine Wartehalle an der Bushaltestelle gebaut im NAW (Nationales-Aufbau-Werk).

1973 wurde auch die Ortsbeleuchtung total erneuert.

Wohnungsnot herrschte immer im Dorf zu dieser Zeit. Um dem abzuhelfen wurden von 1968 bis 1970 drei Wohnungen durch die Gemeinde in die Scheune von Uhlig gebaut.

Einen großen Fortschritt in unser Dorf brachte dann der Anschluß aller Haushalte an eine zentrale Wasserversorgung. Diese Erleichterung für die Haushalte in Fraßdorf wurde in der Amtszeit des Bürgermeister Klaus Kittelmann erreicht. Beim Bau der Wasserleitungen beteiligte sich das ganze Dorf mit freiwilligen Arbeitsstunden.

Eine enorme Aufwertung des Dorfbildes erfolgte im Jahr 2008 mit der Pflasterung der Gehwege im Dorf. Gleichermaßen hatten viele Hauseigentümer zusätzlich Rasensaaten unter die Linden eingebracht, und ein frisches Grün schmückte ab da die Lindenstraße, zumindest bis in den Frühsommer. Zuvor waren alle Fußwege unbefestigt und bei Regenwetter standen sogar Pfützen auf den Wegen. Im Frühjahr, wenn der Frost aus dem Boden wich, war es ein totaler Matschweg. Alle Fußgänger benutzten dann die Straße, wenn nicht stetiges Schuheputzen erfolgen sollte.

Auch wurden dann nach der Wende 1990 mehrere neue Häuser in Fraßdorf gebaut (Rüsterweg), in die junge Familien zogen und reges Leben ins Dorf brachten. Bis jetzt entstehen Neubauten, so daß sich eine stetige Veränderung zur Freude der Alteingesessenen zeigt.

Zwischenstandsmeldung über den Fortgang der neuen Hausbauten in Fraßdorf

Diese zwei neuen Eigenheime sind inzwischen bezogen worden und es wird auch schon an der Verschönerung der Außenanlagen gearbeitet.

die Bauherren dieses Rohbaus feierten Ende September bereits Richtfest…
…einige der Nachbarn sowie auch der Ortsbürgermeister gratulierten zum zügigen Baufortschritt und feierten das Richtfest zünftig mit.
hier ist eine weitere Bodenplatte für ein Eigenheim fertig gestellt und die ersten Grundmauern sind schon zu sehen
Und auch auf der Baustelle in der Dorfmitte geht es peu a peu vorwärts….

Kalter Winter 2021 in Fraßdorf

Nach vielen Jahren hat sich der Winter in Fraßdorf 2021 doch mal wieder weiß und dazu aber sehr kalt gezeigt.

Temperaturanzeige am 07.02.2021 und am 13.02.2021

Wir haben einige Schnappschüsse, die bei Winterwanderungen im Zeitraum vom 06.02. bis 14.02.2012 aufgenommen wurden, auf unsere Homepage gestellt. Die Fotos zeigen, wie schön unsere Fraßdorfer Umgebung auch aussehen kann.

die Fraßdorfer „Alte Lindenstraße“ am 09.02.2021 ganz in Weiß
die Fraßdorfer „Alte Lindenstraße“ am 14.02.2021 noch in Weiß
die „Alte Lindenstraße“ Richtung Meilendorf geblickt
Schneeberge rechts und links von der Hofeinfahrt
ein Teil von Fraßdorf mehr von oben betrachtet
an den Hofeinfahrten auf der Straße türmen sich auch die Schneeberge
Raureif an Bäumen und Sträuchern und strahlend blauer Himmel verschönen am Sonntagmorgen (14.02.2021) das Bild

der Feldweg zwischen Zehmigkau und Quellendorfer/Fraßdorfer Straße
auf dem Feldweg unterwegs mit Blick Richtung Fraßdorf
Fraßdorf hält in der Ferne Winterschlaf
Die Verbindungsstraße von Fraßdorf in Richtung Quellendorf geschaut
Both´s Jagdwagen steht im verschneiten Märchenwald
die Straßeaus Richtung Quellendorf kommend nach Fraßdorf rein am Fischteich
Fraßdorf hat auch einen kleinen Rodelberg, der vor Jahren schon für das Kinderrodeln angelegt wurde
zu unserer Kinderzeit waren bei diesem schönen Winterwetter mehr Kinder mit den Schlitten unterwegs
außen rum um Fraßdorf – vom Rodelberg zur Straße „An der Kaserne“
Zufahrt nach Fraßdorf rein von den Akazien her kommend
man kann sie nur erahnen – etwa 8 bis 10 Rehe haben wir entdeckt auf freiem Feld bei der Futtersuche
alle Wildtiere haben Hunger und suchen nach Futter
Spatzenfütterungszeit – aber auch Meisen finden den Futterplatz
ein Specht hat das Futterhäuschen erobert und alle Spatzen und Meisen verdrängt
ein Fuchs ist auf Futtersuche – die Kameraaufnahmen stammen aus dem Jahr 2021 (die Jahres-Einstellung der Kamera war nicht korrekt)
an einer Wildfutterstelle nahe Fraßdorf hat die Wildkamera Rehe fotorafiert

auch im Dunkeln ist die verschneite Lindenstraße in Fraßdorf schön

Abhandlung über die Amtmänner der Domäne von Fraßdorf

Das Gutshaus in Fraßdorf gezeichnet von Hans Menzel
Das Gutshaus in Fraßdorf noch mit Türmchen, Uhr und Glocke. Die Aufnahme könnte etwa um 1930/1940 entstanden sein.
Das ehemalige Gutshaus heute – statt Türmchen mit Uhr ist dort heute die Feuerwehrsirene

Von etwa 1936-45 war das Domänenhaus von Adelbert Lange bewohnt, der bei der Aufsiedlung des Gutes 1935/36 260 Morgen und das Gutshaus als Bauernhaus zugesprochen bekam. (siehe auch Beitrag vom 07.01.2021)

Die Amtmänner waren als Verwaltungsbeamte der Landesherrschaft eingesetzt und hatten das fürstliche Gut in Pacht. Ihnen oblagen aufgrund des Titels eines Amtmanns außer den wirtschaftlichen auch staatliche Aufgaben der inneren Verwaltung, Justiz und polizeilichen Executive.

Als landesfürstliche Beamte sammelten sie die bäuerlichen Gaben und andere Gefälle ein, führten die Amtshandelsbücher, nahmen Gemeinde- und Kirchenrechnungen ab und führten Erhebungen durch (z.B. Personenzählungen). Recht sprachen sie nach ihrem Gut befinden, jedoch mit Zustimmung und Kontrolle der Regierung. Dazu hatten sie einen juristisch gebildeten Gerichtshalter zu bestellen und zu besolden. Ferner waren in den Domänengebäuden auch die Gerichtsgefängnisse untergebracht.

Das Rittergut in Fraßdorf kaufte der Fürst 1708 von Ch. Heinrich von Wülknitz und machte es zur Domäne. Wer dann der 1. Pächter war, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Auch zwischenzeitlich (mit ? vermerkt) gibt es Lücken.

um 1730 war an den Amtmann GREBELIN oder GRUBLING das Gut verpachtet. Er starb 1738 mit 38 Jahren. Dies ist aus Kirchenbüchern zu ersehen.

von 1747 bis 1755 war Amtmann CUNO Pächter, er zahlte jährlich 4644 Taler Pacht in die fürstliche Schatulle.

von 1755 bis 1767 ?

von 1767 bis 1790 war Amtmann Christoph Gottlieb BIELER Pächter. Bis 1992 konnte man sein Grabmahl noch auf dem Meilendorfer Friedhof vorfinden.

von 1790 bis 1818 war Amtmann Joh. Carl HEYDENREICH. Sein Grabstein ist noch auf dem Meilendorfer Friedhof vorhanden, hat aber schon eine starke Verwitterung aufzuweisen. (siehe nachstehendes Foto)

1844 wird in den Kirchenbüchern Karl HEYDENREICH jun. als Amtmann des Fraßdorfer Gutes erwähnt. Es ist zu vermuten, daß er als Nachfolgepächter seines Vaters das Gut verwaltete.

von 1845 bis 1875 hieß der Amtmann STEINKOPF

von 1875 bis 1886 war Pächter der Domäne ein Oek. Rolandt.

von 1886 bis 1914 hieß der Pächter der Domäne Amtsrat Robert POHL

von 1914 bis 1935 war Amtsrat EBELING aus Scheuder der Domänenpächter

Ab 1936 begann dann die Aufsiedlung der Domäne, wie es nachzulesen ist im Beitrag vom 07.01.2021 auf dieser Homepage.

Das Grabmahl des Amtmann Joh. Carl HEYDENREICH auf dem Friedhof in Meilendorfer

die Aufname wurde im Mai 2020 gemacht, und läßt erkennen wie stark die Wetter gearbeitet haben.
Die Inschrift auf der noch vorhandenen Platte ist schwer zu entziffern.

Auf der Deckplatte steht eine Urne mit Band von vergoldeten Sternen verziert zwischen zwei Sandsteinfiguren, den Glauben und die Hoffnung verkörpernd. Das Grabmal trägt die Inschrift:

Joh. Carl Heydenreich

Herzogl. Dessauischer Amtmann zu Fraßdorf

geb. 17.04.1756 zu Gräffenstuhl bei Mansfeld

gest. 15.10.1818 zu Fraßdorf

Schon seil längerer Zeit werden Überlegungen angestellt, wie man dieses Grabmahl/Denkmal für die Nachwelt besser schützen und erhalten kann.

Gute Ideen und Mitstreiter sind immer gerne willkommen und können sich beim Ortschaftsrat melden.

Günther Fischer

Aus dem Nachlaß des Hans Menzel

Im September 2016 war Hans Menzel (links) zu Besuch bei Heinz Both in Fraßdorf.
Im Juni 2017 verstarb Hans Menzel mit 90 Jahren in Köthen
so wie oben anzusehen, hatte Herr Menzel die Namen fast aller Schüler benannt – das untere Foto zeigt namentliche Ergänzungen bzw. Korrekturen, die Heinz Both (96 Jahre alt) anfang Februar vorgenommen hat (blaue Schrift).

Hans Menzel wohnte viele Jahre in Fraßdorf und fertigte die nachfogenden Zeichnungen von Fraßdorfer Häusern und Ansichten an, die er uns als wichtige Zeitenerinnerungen hinterließ.

Die Fraßdorfer Domäne wird aufgeteilt

1600 Morgen (400ha) werden zu Bauernhöfen aufgesiedelt und Fraßdorf wird 1936 ein echtes Bauerndorf

im „Anhalter Anzeiger“1940 ist zu lesen: Elf neue Bauernhöfe entstehen.

Im Juni 1936 wurde die Domäne Fraßdorf an die gemeinnützige Siedlungsgesellschaft Sachsenland abgetreten, die mit der Bildung neuen deutschen Bauerntums beauftragt ist. Der Grund und Boden der Domäne ist etwa 1600 Morgen groß und liegt in den Gemarkungen Fraßdorf und dem einen Kilometer von Fraßdorf entfernten Ort Zehmigkau. Da der Boden zum Teil lehmig, andernteils sandig ist, eignet er sich zum Anbau von Früchten.

Bereits neun Bauern wurde in den vergangenen Jahren die Möglichkeit gegeben, Land, das ihren Grundstücken nahe lag, von der Aufsiedlungsfläche der Domäne zu erwerben. Durch diese Auffüllung bis zu 50 Morgen Land wurde für jeden die Ackernahrung sichergestellt. Kleinbäuerliche Betriebe in Quellendorf, Friedrichsdorf, Libehna, Repau, Meilendorf, Zehmigkau und Fraßdorf wurden mit Landzulagen bedacht, und viele dieser Wirtschaften wurden dadurch zu Erbhöfen.

Einigen Landwirten wurde die zeitraubende Bestellung ihrer Äcker in fremden Fluren dadurch erleichtert, dass sie ihre Felder durch Flurenaustausch in wirtschaftlich praktischer Nähe erhielten.

Im Zusammenhang mit der Aufsiedlung der Domäne Fraßdorf wurde aber auch freies Ackerland noch hinzugewonnen. So hatte man bereits die mehr als 100 Jahre alte Obstdarre, ein festes Gewölbe aus Feldsteinen, das sich zwischen Zehmigkau und Fraßdorf befand, abgebrochen. Die Steine wurden zu einem anderen Bau verwendet. Gleichzeitig wurden auch die Bäume der ebenfalls über 100 Jahre alten Obstplantage gerodet. Auch die Domänengärtnerei verschwand. Durch diese Maßnahme sind zusätzlich mehrere Morgen Ackerland für die Aufsiedlung frei geworden.

Den neuen Bauernhöfen, die nun in diesem Jahre entstehen sollen, stehen etwa 1200 Morgen Land zur Verfügung. Elf neue Bauernfamilien, die vom Reichsnährstand herausgesucht werden und erbgesund und wirtschaftlich züchtig sein müssen, werden auf diesem Grund und Boden ihre neue Heimat finden.

Im vergangenen Jahr wurde schon mit dem Umbau der Wirtschaftsgebäude der ehemaligen Domäne begonnen. Hier sollen 8 neue Höfe entstehen.

Fraßdorf –     Siedlerstellen     

1. – Adelbert Lange

2. – Paul Schulze

3. – Heinrich Schmidt

4. – Ernst Schlüter

5. – Karl Steffan

6. – Adolf Maier

7. – Gustav Zander

8. – Elli Winter (später Heinrich)

Dabei wird das frühere Wohnhaus des ehemaligen Domänenpächters zum Bauernhaus für einen 260 Morgen großen Hof von Adelbert Lange

Drei weitere Höfe mit 110 bis 130 Morgen Land (Winter, Schlüter, Schmidt) und vier Höfe mit 75 bis 80 Morgen (Steffan, Schulze, Zander, Maier) wurden noch ausgebaut.

In Zehmigkau, das ebenfalls Fraßdorfer Feldmark hat, stehen schon die Mauern eines Bauernhauses. 75 Morgen Land sind dieser Wirtschaft zugedacht (Bank).

Ein altes Wohnhaus in Zehmigkau befindet sich gerade im Abbruch. Auf diesem Grund soll ein neuer Landwirtschaftsbetrieb mit ebenfalls 75 Morgen Acker geschaffen werden (Casaer, danach Wichmann).

Schließlich wird noch ein neuer Bauernhof mit 70 Morgen Flur nach Meilendorf kommen, weil sich die Fläche der Domäne bis in den Westen von Libehna hinzieht (Otto Frohberg).

So werden in diesen Jahren 11 Neubauernhöfe auf der Fraßdorfer Flur entstehen, die zu ihrem Teile beitragen werden, die Ernährung unserer Völker durch eigene Erzeugung sicherzustellen.

1940 „Anhalter Anzeiger“

Anmerkung:

Gegenwärtig gibt es keinen dieser Bauernhöfe mehr als selbstwirtschaftenden Landwirtschaftsbetrieb. In den 1950/60iger Jahren haben alle Bauernhöfe (zum Teil auch mit Zwang) in LPG´s zusammen gewirtschaftet.

Jedoch auch nach der Wende 1990 hat keiner dieser Höfe einen Neuanfang als selbständiger Bauer vollzogen.

Heute arbeiten nur noch zwei Fraßdorfer Bürger direkt in der Landwirtschaft.

Günther Fischer

Über die Errichtung unserer Trauerhalle auf dem Friedhof

Bis 1959 war es in unserem Dorf üblich, dass Verstorbene bis zur Beisetzung zu Hause von den Angehörigen aufgebahrt wurden.

Dies sollte nun in einer Trauerhalle am Friedhof erfolgen können. So wurde 1959 beschlossen durch das NAW (Nationales  Aufbauwerk) eine Trauerhalle zwischen dem Friedhofsende und der damaligen Sandgrube (heute Brennplatz) zu bauen.

NAW bedeutete freiwilliger Arbeitseinsatz der Einwohner und die Gemeinde stellte das Baumaterial. Unter der Leitung des damaligen Bürgermeisters Martin Borg haben Maurer und handwerklich geschickte Bürger diese Halle errichtet. Den größten Teil der Arbeiten hat aber der Bürgermeister selbst verrichtet.           

Das Schicksal sollte es dann fügen, dass Martin Borg nach der Fertigstellung der Trauerhalle verstarb und er als erster in dieser Halle aufgebahrt wurde.

Zu dieser Zeit galt folgende Regelung für Beerdigungen im Dorf:

„Alle Haushalte mit männlichen arbeitsfähigen Personen über 18 Jahre haben der Reihe nach, von Hausnummer 1 angefangen (es gab damals noch keine Straßennamen – das Dorf war durchnummeriert) jeweils 6 Personen das Grab zu schaufeln und die Bestattung durchzuführen. Wer verhindert ist, muß einen Ersatzmann stellen.“                                                                                             

Nach erfolgter Beisetzung und der Herrichtung des Grabes wurden diese Männer mit Essen und Trinken entschädigt.

Bis dahin mussten die  Hinterbliebenen die Personen für die Bestattungsarbeiten selbst aussuchen, was manchmal Schwierigkeiten bereitete, da Einzelne auch abgelehnt haben.

Günther Fischer

Blick in die für eine Beistzung ausgestaltete Trauerhalle