Neue Eigenheime entstehen in Fraßdorf

Ja, es ist nicht zu übersehen! Aktuell wird in unserem kleinen Dorf gerade wieder recht intensiv gebaut. Zur Zeit entstehen in Fraßdorf gerade 4 neue Häuser. Für ein Dorf mit um die 200 Einwohner (mal etwas mehr, aber auch schon mal etwas weniger Leute) sind das schon recht viele Neubauten in einem Jahr.

Alle Alt-Fraßdorfer freuen sich sehr, wenn in unser beschauliches Fraßdorf junge Familien zuziehen und hoffentlich auch unser Dorfleben mit bereichern werden. (so wir denn Corona irgendwann in den Griff bekommen haben)

die Grundplatte wird geschaffen und gut gedämmt, bevor es weiter in die Höhe geht
ein Fertighaus ist hier am Entstehen
Auch hier steht der Rohbau bereits
auf dieser „Baustelle“ sind Vorarbeiten, wie das Roden einiger alter Bäume, bereits erfolgt. Auch hier wird eine junge Familie ihr Eigenheim errichten.

Osterhäsin in Fraßdorf unterwegs

Wir hatten es alle schon vorausgesehen. Auch am Ostersamstag des Jahres 2021 wird es, wie überall in der Stadt Südlichen Anhalt, in der Ortschaft Fraßdorf kein Osterfeuer geben.

Das traditionell nach den Wintermonaten stattgefundene Zusammenkommen vieler Fraßdorfer Familien und die damit verbundene eifrige Suche unserer Kinder nach gefärbten Ostereiern und versteckten kleinen Naschereien fiel damit zum wiederholten Mal aus.

Viele Familien und deren Kinder mussten in den letzten Monaten durch die immer noch anhaltende Pandemie erhebliche Einschränkungen ihres bis dahin eigentlich noch ganz normalen Alltagslebens hinnehmen und ertragen.

Der Ortschaftsrat Fraßdorf beschloss in der Sitzung am 18.03.2021 allen Fraßdorfer Kindern zum Osterfest eine kleine Osterüberraschung mit Schokoladenosterhasen und weiteren Süßigkeitenn in einem Osternest zu überbringen.

Als „Osterhäschen vom Dienst“ wurde Frau Ortschaftsrätin Jana Schulze-Waldau, trotz notwendigem Gesichtsschutz und natürlich mit entsprechendem Abstand, am Ostersamstag bei allen Kindern und Eltern unsres Dorfes gern gesehen.

Wir hoffen das bald wieder gemeinsame Veranstaltungen möglich sind und wünschen Ihnen und Ihren Familien in diesen schwierigen Zeiten vor allem Gesundheit!

Im Namen des Ortschaftsrates

Ralf Moritz

Ortsbürgermeister

Abhandlung über die Amtmänner der Domäne von Fraßdorf

Das Gutshaus in Fraßdorf gezeichnet von Hans Menzel
Das Gutshaus in Fraßdorf noch mit Türmchen, Uhr und Glocke. Die Aufnahme könnte etwa um 1930/1940 entstanden sein.
Das ehemalige Gutshaus heute – statt Türmchen mit Uhr ist dort heute die Feuerwehrsirene

Von etwa 1936-45 war das Domänenhaus von Adelbert Lange bewohnt, der bei der Aufsiedlung des Gutes 1935/36 260 Morgen und das Gutshaus als Bauernhaus zugesprochen bekam. (siehe auch Beitrag vom 07.01.2021)

Die Amtmänner waren als Verwaltungsbeamte der Landesherrschaft eingesetzt und hatten das fürstliche Gut in Pacht. Ihnen oblagen aufgrund des Titels eines Amtmanns außer den wirtschaftlichen auch staatliche Aufgaben der inneren Verwaltung, Justiz und polizeilichen Executive.

Als landesfürstliche Beamte sammelten sie die bäuerlichen Gaben und andere Gefälle ein, führten die Amtshandelsbücher, nahmen Gemeinde- und Kirchenrechnungen ab und führten Erhebungen durch (z.B. Personenzählungen). Recht sprachen sie nach ihrem Gut befinden, jedoch mit Zustimmung und Kontrolle der Regierung. Dazu hatten sie einen juristisch gebildeten Gerichtshalter zu bestellen und zu besolden. Ferner waren in den Domänengebäuden auch die Gerichtsgefängnisse untergebracht.

Das Rittergut in Fraßdorf kaufte der Fürst 1708 von Ch. Heinrich von Wülknitz und machte es zur Domäne. Wer dann der 1. Pächter war, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Auch zwischenzeitlich (mit ? vermerkt) gibt es Lücken.

von 1747 bis 1755 war Amtmann CUNO Pächtger, er zahlte jährlich 4644 Taler Pacht in die fürstliche Schatulle.

von 1755 bis 1767 ?

von 1767 bis 1790 war Amtmann Christoph Gottlieb BIELER Pächter. Bis 1992 konnte man sein Grabmahl noch auf dem Meilendorfer Friedhof vorfinden.

von 1790 bis 1818 war Amtmann Joh. Carl HEYDENREICH. Sein Grabstein ist noch auf dem Meilendorfer Friedhof vorhanden, hat aber schon eine starke Verwitterung aufzuweisen. (siehe nachstehendes Foto)

von 1818 bis 1845 ?

von 1845 bis 1875 hieß der Amtmann STEINKOPF

von 1875 bis 1899 ?

von 1899 bis 1914 hieß der Pächter der Domäne Amtsrat POHL

von 1914 bis 1935 war Amtsrat EBELING aus Scheuder der Domänenpächter

Ab 1936 begann dann die Aufsiedlung der Domäne, wie es nachzulesen ist im Beitrag vom 07.01.2021 auf dieser Homepage.

die Aufname wurde im Mai 2020 gemacht, und läßt erkennen wie stark die Wetter gearbeitet haben.
Die Inschrift auf der noch vorhandenen Platte ist schwer zu entziffern.

Auf der Deckplatte steht eine Urne mit Band von vergoldeten Sternen verziert zwischen zwei Sandsteinfiguren, den Glauben und die Hoffnung verkörpernd. Das Grabmal trägt die Inschrift:

Joh. Carl Heydenreich

Herzogl. Dessauischer Amtmann zu Fraßdorf

geb. 17.04.1756 zu Gräffenstuhl bei Mansfeld

gest. 15.10.1818 zu Fraßdorf

Schon seil längerer Zeit werden Überlegungen angestellt, wie man dieses Grabmahl/Denkmal für die Nachwelt besser schützen und erhalten kann.

Gute Ideen und Mitstreiter sind immer gerne willkommen und können sich beim Ortschaftsrat melden.

Günther Fischer

Aus dem Nachlaß des Hans Menzel

Im September 2016 war Hans Menzel (links) zu Besuch bei Heinz Both in Fraßdorf.
Im Juni 2017 verstarb Hans Menzel mit 90 Jahren in Köthen
so wie oben anzusehen, hatte Herr Menzel die Namen fast aller Schüler benannt – das untere Foto zeigt namentliche Ergänzungen bzw. Korrekturen, die Heinz Both (96 Jahre alt) anfang Februar vorgenommen hat (blaue Schrift).

Hans Menzel wohnte viele Jahre in Fraßdorf und fertigte die nachfogenden Zeichnungen von Fraßdorfer Häusern und Ansichten an, die er uns als wichtige Zeitenerinnerungen hinterließ.

Die Fraßdorfer Domäne wird aufgeteilt

1600 Morgen (400ha) werden zu Bauernhöfen aufgesiedelt und Fraßdorf wird ein echtes Bauerndorf

1940: Elf neue Bauernhöfe entstehen. (aus dem „Anhalter Anzeiger“)

Im Juni 1936 wurde die Domäne Fraßdorf an die gemeinnützige Siedlungsgesellschaft Sachsenland abgetreten, die mit der Bildung neuen deutschen Bauerntums beauftragt ist. Der Grund und Boden der Domäne ist etwa 1600 Morgen groß und liegt in den Gemarkungen Fraßdorf und dem einen Kilometer von Fraßdorf entfernten Ort Zehmigkau. Da der Boden zum Teil lehmig, andernteils sandig ist, eignet er sich zum Anbau von Früchten.

Bereits neun Bauern wurde in den vergangenen Jahren die Möglichkeit gegeben, Land, das ihren Grundstücken nahe lag, von der Aufsiedlungsfläche der Domäne zu erwerben. Durch diese Auffüllung bis zu 50 Morgen Land wurde für jeden die Ackernahrung sichergestellt. Kleinbäuerliche Betriebe in Quellendorf, Friedrichsdorf, Libehna, Repau, Meilendorf, Zehmigkau und Fraßdorf wurden mit Landzulagen bedacht, und viele dieser Wirtschaften wurden dadurch zu Erbhöfen.

Einigen Landwirten wurde die zeitraubende Bestellung ihrer Äcker in fremden Fluren dadurch erleichtert, dass sie ihre Felder durch Flurenaustausch in wirtschaftlich praktischer Nähe erhielten.

Im Zusammenhang mit der Aufsiedlung der Domäne Fraßdorf wurde aber auch freies Ackerland noch hinzugewonnen. So hatte man bereits die mehr als 100 Jahre alte Obstdarre, ein festes Gewölbe aus Feldsteinen, das sich zwischen Zehmigkau und Fraßdorf befand, abgebrochen. Die Steine wurden zu einem anderen Bau verwendet. Gleichzeitig wurden auch die Bäume der ebenfalls über 100 Jahre alten Obstplantage gerodet. Auch die Domänengärtnerei verschwand. Durch diese Maßnahme sind zusätzlich mehrere Morgen Ackerland für die Aufsiedlung frei geworden.

Den neuen Bauernhöfen, die nun in diesem Jahre entstehen sollen, stehen etwa 1200 Morgen Land zur Verfügung. Elf neue Bauernfamilien, die vom Reichsnährstand herausgesucht werden und erbgesund und wirtschaftlich züchtig sein müssen, werden auf diesem Grund und Boden ihre neue Heimat finden.

Im vergangenen Jahr wurde schon mit dem Umbau der Wirtschaftsgebäude der ehemaligen Domäne begonnen. Hier sollen 8 neue Höfe entstehen.

Fraßdorf –     Siedlerstellen     

1. – Adelbert Lange

2. – Paul Schulze

3. – Heinrich Schmidt

4. – Ernst Schlüter

5. – Karl Steffan

6. – Adolf Maier

7. – Gustav Zander

8. – Elli Winter (Heinrich)

Das ehemalige Domänenhaus

Dabei wird das frühere Wohnhaus des ehemaligen Domänenpächters zum Bauernhaus für einen 260 Morgen großen Hof (Adelbert Lange).

Drei weitere Höfe mit 110 bis 130 Morgen Land (Winter, Schlüter, Schmidt) und vier Höfe mit 75 bis 80 Morgen (Steffan, Schulze, Zander, Maier) wurden noch ausgebaut.

In Zehmigkau, das ebenfalls Fraßdorfer Feldmark hat, stehen schon die Mauern eines Bauernhauses. 75 Morgen Land sind dieser Wirtschaft zugedacht (Bank).

Ein altes Wohnhaus in Zehmigkau befindet sich gerade im Abbruch. Auf diesem Grund soll ein neuer Landwirtschaftsbetrieb mit ebenfalls 75 Morgen Acker geschaffen werden (Casaer, danach Wichmann).

Schließlich wird noch ein neuer Bauernhof mit 70 Morgen Flur nach Meilendorf kommen, weil sich die Fläche der Domäne bis in den Westen von Libehna hinzieht (Otto Frohberg).

So werden in diesen Jahren 11 Neubauernhöfe auf der Fraßdorfer Flur entstehen, die zu ihrem Teile beitragen werden, die Ernährung unserer Völker durch eigene Erzeugung sicherzustellen.

1940 „Anhalter Anzeiger“

Anmerkung:

Gegenwärtig gibt es keinen dieser Bauernhöfe mehr als selbstwirtschaftenden Landwirtschaftsbetrieb. In den 1950/60iger Jahren haben alle Bauernhöfe (zum Teil auch mit Zwang) in LPG´s zusammen gewirtschaftet. Jedoch auch nach der Wende 1990 hat keiner dieser Höfe einen Neuanfang als selbständiger Bauer vollzogen.

Heute arbeiten nur noch zwei Fraßdorfer Bürger direkt in der Landwirtschaft.

Günther Fischer

Weihnachtswichtel sind in Fraßdorf unterwegs…

fleißige Wichtel sorgten für eine große Überraschung

Im Jahr 2020 blieb es uns auf Grund der auch heute noch immer andauernden Pandemie neben vielen anderen Einschränkungen verwehrt, unser Osterfeuer, ein Sommerfest und das für November geplante Traditionsfeuer in Gedenken an den heiligen Martin durchzuführen.

Auch zu der schon zur festen Tradition gewordenen Weihnachtsfeier und zum Weihnachtsbasteln durfte in diesem Jahr nicht eingeladen werden.

Viele vermissen diese gemeinsamen Veranstaltungen und so auch das kurz vor dem Jahreswechsel alljährlich stattgefundene vorweihnachtliche basteln, singen und plaudern bei einem gemütlichen Beisammensein im Saal unseres Dorfgemeinschaftshauses.

Uns allen wurden durch die aktuell gültigen Eindämmungsverordnungen für die Weihnachtszeit und hinein bis ins neue Jahr auch im privaten Bereich bisher noch nie dagewesene, aber aktuell auch zwingend erforderliche Kontaktbeschränkungen auferlegt.

Der Ortschaftsrat Fraßdorf entschloss sich kurzfristig für alle Rentner- und Rentnerinnen des Ortes ein weihnachtliches Präsent zusammenzustellen. Diese wurden, unterstützt durch einen kleinen Weihnachtswichtel, am 4. Adventswochenende durch den Ortsbürgermeister als kleine Aufmerksamkeit übergeben.

Wir wünschen Ihnen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest
und einen guten Start in ein gesundes neues Jahr.

Im Namen des Ortschaftsrates
Ihr Ralf Moritz Ortsbürgermeister

„Stolz können die Fraßdorfer auf ihre herrliche Lindenallee sein“ – so beschrieb Max Windt dieses Naturdenkmal im Kalender 1939.

2016 – etwa 80 Jahre später – der selbe Blick in diese Lindenallee zur 750-Jahrfeier unseres Dorfes.
Die frühere „Dorfstraße“ heißt heute „Alte Lindenstraße“; also passend zum Baumbestand!
Noch immer säumen
diese Linden beinahe lückenlos die Hauptstraße des Dorfes.
Einzelne Bäume mußten aber bereits ersetzt und auch trockene und kranke Teile an Bäumen entfernt werden.

Aus dem „Anhalter Anzeiger“ 1934 – von Lehrer Paschasius verfasster Bericht

Links steht Lehrer Werner Paschasius im Garten der Fraßdorfer Schule.
Rechts – Schulleiter Wilhelm Lehmann mit Ehefrau.
Lehrer Lehmann unterrichtete volle 36 Jahre in der Fraßdorfer Schule.
Diese Aufnahme könnte um 1930/40 entstanden sein.

Über die Errichtung unserer Trauerhalle auf dem Friedhof

Bis 1959 war es in unserem Dorf üblich, dass Verstorbene bis zur Beisetzung zu Hause von den Angehörigen aufgebahrt wurden.

Dies sollte nun in einer Trauerhalle am Friedhof erfolgen können. So wurde 1959 beschlossen durch das NAW (Nationales  Aufbauwerk) eine Trauerhalle zwischen dem Friedhofsende und der damaligen Sandgrube (heute Brennplatz) zu bauen.

NAW bedeutete freiwilliger Arbeitseinsatz der Einwohner und die Gemeinde stellte das Baumaterial. Unter der Leitung des damaligen Bürgermeisters Martin Borg haben Maurer und handwerklich geschickte Bürger diese Halle errichtet. Den größten Teil der Arbeiten hat aber der Bürgermeister selbst verrichtet.           

Das Schicksal sollte es dann fügen, dass Martin Borg nach der Fertigstellung der Trauerhalle verstarb und er als erster in dieser Halle aufgebahrt wurde.

Zu dieser Zeit galt folgende Regelung für Beerdigungen im Dorf:

„Alle Haushalte mit männlichen arbeitsfähigen Personen über 18 Jahre haben der Reihe nach, von Hausnummer 1 angefangen (es gab damals noch keine Straßennamen – das Dorf war durchnummeriert) jeweils 6 Personen das Grab zu schaufeln und die Bestattung durchzuführen. Wer verhindert ist, muß einen Ersatzmann stellen.“                                                                                             

Nach erfolgter Beisetzung und der Herrichtung des Grabes wurden diese Männer mit Essen und Trinken entschädigt.

Bis dahin mussten die  Hinterbliebenen die Personen für die Bestattungsarbeiten selbst aussuchen, was manchmal Schwierigkeiten bereitete, da Einzelne auch abgelehnt haben.

Günther Fischer

Blick in die für eine Beistzung ausgestaltete Trauerhalle

Der Friedhof von Fraßdorf

Wie früher üblich, wurden die Verstorbenen auf dem Gottesacker beerdigt. Der Gottesacker befand sich auf dem Standort der alten Kirchen.

Da Fraßdorf keine Kirche hatte, war der Gottesacker für die Fraßdorfer in Meilendorf. Wenn also jemand verstorben ist, wurde der Leichnam zu Hause 2 oder 3 Tage aufgebahrt und dann mit Pferd und Wagen nach Meilendorf zur Beerdigung gefahren.

So war meine Urgroßmutter – Friederike Gotthardt, gestorben am 27.01.1931  – die letzte  Fraßdorferin, die in Meilendorf beigesetzt wurde, bevor Fraßdorf über einen eigenen Friedhof verfügte.

Zum neuen Friedhof wurde in mehreren Gemeinderatssitzungen verhandelt. Hier ein Auszug aus dem Protokoll der Ratssitzung vom 19. Dezember 1930:

 „es ist schon längere Zeit der Wunsch laut geworden, in der Gemeinde selbst einen Friedhof anzulegen, da das Beerdigen der Verstorbenen und das spätere Pflegen der Gräber nach Meilendorf unbequem sei. Es wurde nun heute zum ersten mal der Gemeinde ein Lageplan über eine neue Friedhofsanlage vorgelegt, welche volle Zustimmung fand. Der Friedhof soll angelegt werden auf dem neu gekauften Acker von HOHMANN UND GÜNTHERS ERBEN am östlichen Ausgang des Dorfes Fraßdorf linksseits der Kreisstraße Fraßdorf-Meilendorf neben der alten Sandgruben. (heute Rodelberg und Brennplatz).
Nach längerer Verhandlung wurde die Anlage des Friedhofs auf dem vorerwähnten Platz einstimmig beschlossen und der Gemeindevorstand beantragte die  Genehmigung des anhaltischen Staatsministeriums durch die anhaltische Bezirksdirektion herbeizuführen.“

                              Fraßdorf, den 19.12.1931    Gotthardt, Gemeindevorstand

Auch in den Gemeinderatssitzungen vom 20.01.1931, 02.02.1931, 08.06.1931 und 14.12.1931 wurde über den neuen Friedhof beraten.

Dabei ging es um die Friedhofssatzung, die Umfriedung und die Bepflanzung.

Demnach wurde am 19. Dezember 1930 der Beschluß gefaßt, einen Friedhof anzulegen und die erste Beisetzung fand dann schon im Februar 1931 auf dem neuen Friedhof in Fraßdorf statt.

Es war die Beerdigung von Friedrich Reichardt, geb. 21.07.1844 – gest. 27.02.1931.

wie man sehen kann, haben die Jahre ihre Spuren hinterlassen

Da meine Urgroßmutter Friedericke Gotthardt (gest. 27.01.1931) aber vom  Meilendorfer Friedhof nach Fraßdorf umgebettet wurde, sieht es nach den Aufschriften der Grabsteine so aus, als wäre sie als erste auf dem neuen Friedhof beigesetzt worden. So nahm auch ich das lange Zeit an.

Aber über die Eröffnung des Friedhofs steht dazu im Anhalter Anzeiger vom 3. März 1931: „Mit der Errichtung des ersten Grabhügels auf dem Friedhof, der die sterblichen Überreste des Landwirts Friedrich Reichardt aus Fraßdorf barg, fand am Sonntag die Weihe statt. Pastor Waltsch aus Reupzig hielt die Trauerrede und übergab dem Ortsschulzen Gotthardt den neuerrichteten Friedhof. Unter reger Beteiligung der Gemeinde und unter Vorantritt des Kriegervereins Fraßdorf mit seiner Fahne wurde Fraßdorfs letzter Veteran zur Ruhe gebettet. Der verstorbene ehemalige Dorfschulze konnte noch im vorigenen Jahr mit seiner Frau, geb. Böttcher, das Fest der goldenen Hochzeit feiern.“                 

Es war uns deshalb immer ein großes Anliegen, daß dieses Grab der ersten Beisetzung auf unserem Friedhof erhalten bleibt!

Günther Fischer

Blick von der Trauerhalle aus linksseitig auf den Fraßdorfer Friedhof
Blick von der Trauerhalle aus rechtsseitig auf den Fraßdorfer Friedhof