Endlich mal wieder Action in Fraßdorf – unsere Etzdorfer Straße wurde saniert!

Mit insgesamt fast 20 Spezialfahrzeugen, Transportern und LKW rückten die Mitarbeiter der STRABAG und andere Firmenfahrzeuge am frühen Dienstagmorgen des 23.04.2024 in Fraßdorf an, um der in die Jahre gekommene marode Etzdorfer-Straße zu Leibe zu rücken.

Die sprichwörtliche Ruhe in unserem „Schlafdorf“ war mit dem Einsatz der Fräsmaschine, welche den alten Belag ca. vier Zentimeter abfräste, schlagartig beendet.

Der alte Belag wurde direkt von der Fräse auf einen nachfolgenden LKW abtransportiert, welchem noch eine Kehrmaschine zur Restbeseitigung folgte.

Es war beeindruckend anzusehen mit welcher technischen Perfektion sich die tonnenschwere Maschine zentimetergenau fortbewegte, um den alten Asphalt abzutragen.

Nachfolgend war umgehend auch die nächste Kolonne damit beschäftigt die Abflussdeckel, Hydranten und Hauswasser-Absteller frei zu stemmen und zu erneuern.

Am 24.04.2024 und noch bevor der große „Asphaltverleger“ zum Einsatz kam, wurden die Anschlüsse von Hand nochmals grob mit Asphalt vergossen und verdichtet und eine „Haftschicht“ auf die gesamte Straßenfläche aufgetragen.

Dann war es endlich so weit – der Asphaltverleger legte los.

Jetzt wurden laufende Meter gemacht und das Ortsbild veränderte sich im Minutentakt.

Auch diesem Team folgten zwei Walzen, welche zeitweise auch mit Rüttler-Funktion arbeiteten auf Schritt und Tritt, um den ca. 160 Grad heißen Asphalt dem Straßenkörper anzupassen.

Diese Maschine hat den Seitenrand abgefräst bevor er versiegelt wurde.

Am Donnerstag und Freitag folgten dann die Restarbeiten.

Alle Kanäle, Hydranten und Hausanschlüsse wurden nochmals freigefräst, angehoben, stabilisiert und vergossen.

Auch die Straßenränder wurden erneut abgefräst und mit einer Dichtungsschicht aus Betumen – Heissverguss versiegelt, um zukünftig das Eindringen von Wasser zu verhindern.

In den frühen Nachmittagsstunden waren alle Sanierungsarbeiten abgeschlossen.

Die Absperrvorrichtungen und Verkehrszeichen waren in wenigen Minuten wieder abgebaut und verschwunden.

Schlussendlich sorgte am Montag, 29.04.2024 ein Mitarbeiter mit einer speziell dafür georderten Straßenkehrmaschine dafür das alle Kanäle nochmals geöffnet und gereinigt wurden.

Zur Zufriedenheit aller Anlieger wurden mit dieser Maschine abschließend nochmals alle Straßenränder und der gesamte Straßenköper gründlich abgekehrt.

Wir bedanken uns bei der STRABAG und allen sonst noch an dieser Maßnahme beteiligten Unternehmen für die zügige Sanierung unseres ca. 350 Meter langen Straßenabschnittes.

Im Namen des Ortschaftsrates

Ralf Moritz

Mit dem Osterfeuer 2024 startet der Frühling in Fraßdorf

Der Himmel war, wie in den letzten Jahren, auch an diesem Ostersamstag wieder leicht getrübt. Diesmal aber nicht von schwarzen, bedrohlichen Regenwolken, sondern wie wir später erfahren konnten, von aus der Sahara herüber gewehtem feinen Wüstensand.

Die für Ende März sehr milden und angenehmen Temperaturen lockten zeitweise mehr als 60 Bewohner und deren Gäste an, um einfach nur mal kurz beim Osterfeuer in Fraßdorf vorbeizuschauen.

Alle Kinder hatten wieder ihren Spaß und konnten die vom Osterhasen versteckten Süßigkeiten suchen und sich auf den „Anhöhen“ rund um den Brennplatz mal wieder richtig austoben.

Aber auch die Erwachsenen ließen sich „Soleier“ und die traditionelle „Fettbemme mit Gurke“ schmecken, welche das fleißige Versorgungsteam wieder gut vorbereitet hatten.

Alles in allem war es wieder einmal ein Treffen, bei dem sich viele nach dem Winter wiedersehen und bei einem gemeinsamen Start in den Frühling miteinander austauschen konnten.

Einen besonderen Dank spreche ich hiermit auch in diesem Jahr den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr aus, welche die Vorbereitungen und den kontrollierten Abbrand des Osterfeuers ermöglichten und absicherten.

Gleichzeitig erlaube ich mir hiermit alle Fraßdorfer Einwohner zum 17. Mai 2024 ab 17:00 Uhr zu einem geselligen Abend in das Fraßdorfer Dorfgemeinschaftshaus einzuladen.

Und wir würden uns besonders freuen, wenn viele „Neu-Fraßdorfer“ diese Einladung wahrnehmen könnten.

Bei zwanglosen Gesprächen sollen sich unsere Bewohner besser oder vielleicht überhaupt erst einmal kennenlernen.

Für Spielfreunde können an diesem Abend bereitgestellte Skatkarten – aber auch andere lustige Gesellschaftsspiele – genutzt werden.

Wir freuen uns schon heute auf Ihr zahlreiches Erscheinen.

Im Auftrag des Festkomitees

Ralf Moritz

Ortsbürgermeister

Ein herzliches Dankschön an Herrn Ronny Burghausen

Pünktlich zum Jahreswechsel bedankte sich Ortsbürgermeister Ralf Moritz bei Herrn Ronny Burghausen für seine fleißige Hilfe bei der Sanierung der Außenfassade des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) mit einem Präsent.

Herr Burghausen war schon in Vergangenheit an den  Putzarbeiten im Innenbereich und bei der Gestaltung des Jagdzimmers im DGH tätig.

Zudem half er auch bei vielen Veranstaltung des Dorfes, wie z.B. beim „Erntekranz“ und beim Martinsfeuer aktiv mit.

Dafür wurde ihm im Namen des Ortschaftsrates Dank und Anerkennung ausgesprochen!

Ralf Moritz

Ortsbürgermeister Fraßdorf

Traditionelles Martinsfeuer 2023 in Fraßdorf

Wie schon bei vergangenen Veranstaltungen richteten sich auch am Tag des Heiligen Martins am 11.11.2023 unsere Blicke gegen einen mit schwarzen Regenwolken verhangenen Himmel.

Der Regen wollte einfach nicht aufhören, sodass die ersten Feuerwehleute und Helfer zum Martinsfeuer bei den Vorbereitungen kurz vor 16:00 Uhr noch eine kleine Husche auf dem Pelz bekamen. Zur Belohnung zeigte sich uns dann aber am östlichen Himmel ein vollständiger Regenbogen und die Sonne ging kurzeitig auf.

Obwohl die nach dem Brauch zu brechenden Brezeln in diesem Jahr in Form von Salzstangeln gereicht wurden und die Temperaturen gefühlt stündlich sanken, verharrten doch mehr als 50 Fraßdorfer und Gäste mehrere Stunden bei Gesprächen rund um das Feuer aus.

Ich spreche hiermit den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr

für ihre vorbildliche Einsatzbereitschaft

im Namen aller Gäste unseren herzlichen Dank aus

Sie sorgten wie immer für einen sicheren und kontrollierten Abbrand des Martinsfeuers.

Gleichfalls geht ein großes Dankeschön an das Versorgungsteam, das mit leckeren heißen Getränken und Würstchen die Besucher bestens versorgten.

Ralf Moritz

Ortsbürgermeister

4. Fraßdorfer Flurwanderung

Petrus meinte es gut, als am Samstagvormittag des 21.10.2023 ca. 20 Teilnehmer zur mittlerweile schon 4. Flurwanderung rund um die Ortschaft Fraßdorf vom Treffpunkt hinter dem Dorfgemeinschaftshaus aufbrachen.

Das Wetter paßte. Denn nach tagelangem Regen – den wir natürlich auch sehr nötig brauchen – zeigten sich endlich wieder ein paar Sonnenstrahlen und es gab angenehme spätherbstliche 18 Grad Celsius – also bestes Wanderwetter!

Initiator und Moderator dieser Veranstaltung war auch an diesem Tag wieder Herr Ortschafts-rat Günther Fischer, der sich, wie sich auch bei dieser Wanderung herausstellte, wieder gut auf diesen Exkurs vorbereitet hatte.

Zunächst ging es aus Fraßdorf in östliche Richtung zum „Fischteich“.

Wieso eigentlich Fischteich…? Hier ist doch weder ein Teich, geschweige denn noch etwas von Fischen zu sehen.

Herr Fischer klärte uns auf, dass sich an dieser Stelle der tiefste Punkt am Ortsrand von Fraßdorf befindet und dort früher mehrere kleine Gewässer vorhanden waren.

Wasser war auch schon damals ein wichtiger Rohstoff.

Um die Trinkwasserversorgung in Dessau sicherzustellen, wurde um 1950 zentral beschlossen, um Fraßdorf herum an den Ecken und Rändern der Ackerflächen zahlreiche Brunnen zu bohren. Täglich wurden von dort ca. 20.000 qm Grundwasser nach Dessau gepumpt, um dort die Qualität des damals noch aus dem Uferfiltrat der Mulde entnommenen Wassers zu verbessern und es für die Trinkwasserversorgung nutzbar zu machen.

Somit sank auch der Grundwasserspiegel in und um Fraßdorf mit den Jahren rapide ab.

Herr Fischer: „Nachdem der Fischteich ausgetrocknet war, planten Fraßdorfs Einwohner an dessen Stelle eine Badeanstalt zu errichten. Im NAW (Nationales Aufbauwerk) wurde das Becken ausgegraben und auch schon Betonelemente herangefahren. Aber alles Bemühen, aus dem nahen Wasserwerk für dieses Bad Wasser zu bekommen, scheiterten. Daraufhin wurde das Loch dann wieder verfüllt.“

Am Rande der Fischteichwiese steht „noch“ eine uralte prächtige Eiche, deren Zeit leider zu Ende geht. Sie ist trocken gefallen. Die letzten heißen Sommer haben leider dafür gesorgt, daß nicht ein einziges grünes Blatt mehr sprießen kann. Der Umfang von fast 4 Meter (es wurde extra das Maßband angelegt) deutet darauf hin, daß diese Eiche mindestens 400 Jahre auf dem Buckel haben muß. Und nun ist sie nur noch ein trockenes Baumgerüst und es naht ihr Ende!!!

Niemand ahnte, warum uns Herr Fischer dann am Fischteich an mehrere in Kreisform angeordnete alte und offensichtlich von Menschenhand angepflanzte Eichen führte.

Dieser Ort könnte möglicherweise als Treff- oder Sammelpunkt, oder auch schon frühzeitig als Kultstelle am Rande des damaligen Dorfes gedient haben.

Als nächste Station erreichte die Exkursion den Wegweiser von Fraßdorf nach Quellendorf am ehemaligen Wasserwerk. Warum damals dieser, und auch weitere baugleiche Wegweiser – wie z.B. auch am Ortseingang von Meilendorf – aufgestellt wurden, konnte bisher nicht zweifelsfrei geklärt werden.

Vermutlich gab es damals an diesen Orten Kreuzwege zwischen den Ortslagen Hinsdorf, Zehmigkau, Fraßdorf und Quellendorf.

An der Schreibweise auf dem Meilenstein ist jedenfalls zu erkennen, daß diese Steine nach 1838 errichtet wurden. Um diese Zeit wurde die Schreibweise „Qualendorf“ zu „Quellendorf“ verändert.

Von diesem Punkt aus ging es am Rande des Feldes weiter in Richtung Quellendorf bis zur Jesurbrücke zu dem links neben der Straße aufgestellten Meilenstein.

Warum sind auf dem Stein zwei Meilen bis nach Dessau eingraviert?

Günther Fischer klärt auf: „Die zwei Meilen bis Dessau entsprechen nach den damaligen Entfernungsberechnungen heute genau 15064 Meter (eine anhaltische Meile = 7532 heutige Meter). Messpunkt war zu dieser Zeit der heutige Standort des Denkmals des Fürsten Franz von Anhalt vor der Marienkirche in der Johannisstraße im Zentrum von Dessau. Diese Steine wurden im Auftrag des Fürsten um 1850 aufgestellt.“

Von dort aus ging es dann zum Lärchenbusch, wo wir uns vom tiefen Stand des Grundwassers an einem eingegrabenen Faß überzeugen konnten. Fraßdorfer Wildpfleger legten diese Stelle um 1995 als Tränke für Rehe und Wildschweine an.

Danach ging es dann zur Etzdorfer Trift und wieder zurück zum Dorfgemeinschaftshaus.

Zwischendurch wurden noch Sträucher und Bäume bestimmt, was Einigen schwer fiel.

Am Dorfgemeinschftshaus erwarteten uns dann Matthias und Christoph mit einer sehr leckeren Nudelsuppe.

Unser aller Dank gilt Herrn Ortschaftrat Fischer für die Vorbereitung und Führung entlang der Gemarkungsgrenzen der Flur Fraßdorf sowie auch Herrn Matthias Weigt und Herrn Christoph Blumstein für die liebevolle Zubereitung einer extragroßen Portion Gemüse – Nudelsuppe, die wir an diesem sonnigen spätherbstlichen Tag genießen durften.

Ralf Moritz

Ortsbürgermeister

Historischer ERNTEKRANZ in Fraßdorf

Am 09.09.2023 fand auf dem Grundstück der Familie Günther Fischer ein „Fraßdorfer Erntekranz“ statt.

Schon im Eingangsbereich begrüßte die zahlreichen Besucher ganz passend zum Erntefest ein liebevoll dekorierter Erntewagen mit der Erntekrone und ein Schild mit einem „Herzlichen Willkommen“ darauf.

Die Sonne schien fast etwas zu intensiv für September. Aber tags zuvor wurde neben vielen Sitzgelegenheiten auch ein schattenspendendes Zelt und einige Sonnenschirme von den Organisatoren mit aufgebaut, so daß die Besucher es gut aushalten konnten. Und eine gute und ausreichende Getränkeversorgung war an diesem warmen Tag durch den Ortsbürgermeister mit seinen Helfern abgesichert worden.

der Hofeigentümer begrüßt die recht zahlreich erschienen Besucher

Herr Fischer eröffnete die Veranstaltung und erläuterte die Abläufe des täglichen landwirtschaftlichen Lebens auf einem Bauernhof vor ca. 100 Jahren von der Aussaat bis zur Verarbeitung des Saatgutes.

eine Sense wird gedengelt – heißt scharf gemacht, damit die Getreidehalme gut abgemäht werden können

Zu Anfang wurde den Besuchern der Umgang mit der Sense und auch das „Dengeln“ einer Sense erläutert und vorgeführt. Kaum einer kann das noch selbst machen, was früher auf jedem Gehöft gang und gäbe war.

alle gebundenen Getreidegarben werden zu Puppen oder Staucken (9 Garben) oder Mandeln (12 Garben) zum Trocknen auf dem Feld aufgestellt

Nach dem Absensen wurden die Getreidehalme von Frauen zusammengerafft  und geordnet gebündelt, dann zu Puppen, Staucken, Mandeln aufgestellt und nach dem Abtrocknen eingefahren und mit Dreschflegeln ausgedroschen.

Wie alle Besucher eindrucksvoll sehen und auch selbst ausprobieren konnten, war dies – neben den vielen weiteren Tätigkeiten in der damaligen Landwirtschaft – eine sehr anstrengende und kräftezehrende Arbeit.

Schließlich wurde dann in der sogenannten „Windfege“ die Spreu vom Weizen getrennt und das Erntegut in Säcke abgefüllt und gewogen. Es konnte danach in der Mühle geschrotet für Futterzwecke oder zu Mehl für den Bäcker zum Brot backen verarbeitet werden.

Die verbliebenen ausgedroschenen Strohbündel wurden mit der Hächselmaschine klein gehächselt und konnten für das Viehfutter mitgenutzt werden.

Jeder, der wollte, konnte sich auch mal an den Gerätschaften  ausprobieren, was dann auch für etwas Spaß sorgte.

Herr Fischer nahm sich nach den Vorführungen noch die Zeit mit kleinen Gruppen in seinem liebevoll restaurierten Museum Utensilien des täglichen Gebrauchs auf einem Bauernhof zu zeigen und zu erläutern.

Pünktlich zur Mittagszeit erschien Matthias Weigt mit dem schon seit den frühen Morgenstunden zubereiteten Wildschweinbraten, den sich dann alle Gäste genüsslich schmecken lassen konnten.

Mehr als 80 Portionen an Wildschweinbraten wurden von Matthias ausgeschenkt.

Unser Dank gilt der Familie Fischer und allen fleißigen Helfern, welche diese Veranstaltung  – die von allen Besuchern als sehr gelungen und interessant bewertet wurde – erst möglich machten.

Ralf Moritz

Ortsbürgermeister

2023 Müllsammelaktion im Fraßdorfer Umfeld

einer der 4 Trupps, die um Fraßdorf den Müll einsammelten

Dreiundzwanzig fleißige Helfer trafen sich am 11.03.2023 vormittags am Fischteich und machten sich von da aus in vier Teams aufgeteilt und begleitet von Schneeregen in alle Himmelsrichtungen auf den Weg.

Wieder einmal galt es die Umgebung von Fraßdorf von achtlos weggeworfenen Müll zu befreien. Und auch dieses mal hat es wieder gelohnt! LEIDER!!!

Neben einem Flachbildschirm, Teppichresten, einem Autoreifen, fanden die Sammler wieder Unmengen an Kaffeebechern und vor allem aber auch viele Glasflaschen. Diese könnten schnell zur Gefahr für Tiere werden oder bei ungünstiger Sonneneinstrahlung einen Brand verursachen.

Nachdem ca. 20 Müllsäcke abgefüllt worden waren, fand der Einsatz dann bei einem gemütlichen Beisammensein mit einer von Matthias und Christoph gekochten Soljanka seinen Abschluß.

Allen freiwilligen Helfern sei hiermit recht herzlich gedankt!

Ralf Moritz

Ortsbürgermeister

3. Fraßdorfer Flurwanderung – endlich, nach zwei Jahren Coronapause

Schon von einigen seit längerem erwartet, lud Günther Fischer am 16. Oktober 2022 wieder zu einer Flurwanderung ein. Wo es hingehen sollte, wurde erst am Sonntag früh als kleine Überraschung bekannt gegeben.

Gestartet wurde der Fußmarsch wieder um 9:30 Uhr am Dorfgemeinschaftshaus mit einigen Ausführungen zur Historie der Domäne.

Bei bestem Wanderwetter führte Günther Fischer die Gruppe von knapp 20 Interessierten diesmal Richtung Westen.

Es ging vorbei am Haus der Familie Venediger mit Erklärungen zu der dort ehemals gestandenen „Käsevilla“ weiter Richtung „Kreuzweg“ – gelegen an der Kurve der Straße nach Meilendorf.

Von dort wanderten wir entlang des ehemaligen „Langen Weges“ zur Straße von Meilendorf nach Zehmigkau. Hier wurden Erläuterungen zum „Tälchen“ und zur Lage von Zehmigkau auf einer kleinen Anhöhe gegeben. Auch entsprang vor der Ortslage Zehmigkau ein ehemals existierender Graben, welcher dann Richtung Fraßdorf durch die „Rüster“ zum „Schwemmegraben“ die Äcker entwässerte.

Von der kleinen Anhöhe an der Meilendorf-Zehmigkauer Straße ging es dann Richtung Westen zur wüst gefallenen Dorfstätte „Karsteinick“, welche südlich des Zehmigkauer Bruches mittig eines heute 100 ha großen Feldes lag.  Es galt 1329 noch als besetztes Dorf. Urnenfunde belegen die einstige Existenz dieses Dorfes.

Weiter ging die Wanderung zum Westende des Zehmigkauer Bruches, wo gerade Räumungsarbeiten an Teichen und Gräben durchgeführt werden, die als sogenannte Ausgleichsfläche für die neue Bundesstraße B6n als Rückzugsort für diverse Kröten und andere Tiere wirken sollen. Wir besuchten auch den „Bruchteich“, wo viele Erinnerungen am Badespaß aus vergangenen Zeiten zum Besten gegeben wurden.

Durch die Ortslage Zehmigkau wanderten wir dann zurück nach Fraßdorf.

Hier gab es noch Erläuterungen zur Obstplantage mit Obstdarre der ehemaligen Domäne, sowie zur „Rüster“.

Am Dorfgemeinschaftshaus angekommen, konnte sich dann jeder mit einer deftigen Erbsensuppe und einem guten Bier stärken.

Dem Chefkoch Matthias Weigt und seinen Helfern, die für diesen guten Mittagsservice gesorgt haben, gilt ein ganz besonderes Dankeschön!

Günther Fischer

Osterfeuer in Fraßdorf 2022

Viele Fraßdorfer/Innen hatten angefragt und auf Grund der immer noch andauernden Pandemielage gebangt, ob es wohl im Frühling 2022 wieder ein traditionelles Osterfeuer in Fraßdorf geben wird.

Mit großer Freude erreichte uns die erhoffte Nachricht über eine Zusage und Genehmigung durch die Stadt Südliches Anhalt.

Bei strahlenden Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen von fast 20 Grad Celsius fanden sich am 16.04.2022 fast 70 Fraßdorfer/Innen und Gäste auf dem Brennplatz ein um am lodernden Osterfeuer teilzunehmen.

Kinder aller Altersklassen hatten nach dem sprichwörtlichen Startschuss durch den Dorfklubvorsitzenden Holger Heinrich beim traditionellen Ostereier- und Süßigkeitensuchen sichtlich sehr viel Spaß und zeigten dann auch Allen stolz ihre gefundenen Schätze.

Aber auch die Erwachsenen freuten sich endlich mal wieder ohne Auflagen unter freien Himmel treffen zu dürfen um sich über sämtliche Neuigkeiten in und um Fraßdorf auszutauschen.

Ein besonderer Dank geht an die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr für ihre vorbildliche Einsatzbereitschaft. Sie sorgten wie schon in den vergangenen Jahren auch bis in die späten Abendstunden für einen sicheren und kontrollierten Abbrand des Osterfeuers.

romantische Abendstimmung – festgehalten nach dem Osterfeuer

Ralf Moritz

Ortsbürgermeister

Unser Dorf hatte auch Gastwirtschaften

Die Gaststätte Both von Heinz Menzel als Zeichnung festgehalten

Unser Dorf, so klein es auch ist – es schwankte immer zwischen 200 und 300 Einwohner – hatte aber doch 3 Gaststätten aufzuweisen.

Es gab vor und nach dem Krieg die Gastwirtschaften von Franz  HARTGE, Karl RÖßLER und die Gaststätte mit Kolonialwarenhandel Paul BOTH.

Wann sie genau entstanden sind, wird wohl nicht genau festzustellen sein. Einzig bei der Gaststätte Both, auf diesem Grundstück wohnte vor 1900 ein Schneidermeister, der anfing Bier auszuschenken.

Später übernahm Karl STEINBRECHER das Grundstück. Er machte eine Restauration (Gaststube mit Saal) und daneben einen kleinen Laden mit Kolonialwaren auf. Sein Name ist in einer Aufstellung von Personen erwähnt, die in Fraßdorf gewohnt haben. 1908/1912 ist ein Karl Steinbrecher als Restaurateur namentlich festgehalten worden.

In einer Aufstellung von Amtsbezirken aus dem Jahr 1879 ist ein 7. Amtsbezirk genannt, der u.a. die Gemeinde Fraßdorf mit Herzöglicher Landes-Domäne erwähnt. Hier ist als Gastwirt Rößler Carl genannt. Sein Nachfolger war Max Rößler, geb. 1874 und danach dann Karl Rößler, geb. 1901.

Als Restaurateure und Materialwarenhändler sind hier die Herren Friedrich Hoppe – Friedrich Kreuzmann aufgeführt. Sie könnten vlt. die Vorgänger von Karl Steinbrecher gewesen sein.

Im Jahr 1925 hat PAUL BOTH das Anwesen übernommen. Seitdem war es die „Restauration und Kolonialwarenhandel Both“. Er und seine Frau Lina (geb. Streuber aus Klein Weißandt) hatten dazu auch die Poststelle inne und sie trugen täglich die Briefe und Pakete aus.

Die Restauration Paul Both um 1930 war Gasthaus, Kaufladen und Poststelle.

1961 ging die Gastwirtschaft dann an den Sohn Heinz BOTH über, der sie bis zu ihrer endgültigen Schließung im Jahr 1991 bewirtschaftete. Sie war die dominierende Gastwirtschaft im Dorf.

Der kleine Kolonialwarenladen, in dem es damals von Bonbons, Mehl, Zucker, Milch usw., aber auch Farben, Pinsel, Farbwalzen, Nägel, Schrauben, Kuhketten und andere Kleinartikel gab, war schon 1978 geschlossen worden.

Dieses Schild hing über der Eingangstür zur Gaststätte und war abends beleuchtet

Etwa 1975/80 – Der Gastwirt Heinz Both sitzt mitten unter seinen Gästen.
Reiner Pohle, Reiner Swintek, Hans Wagner, Ernst Thau, Achim Schulze und Werner Mölle (von li nach re)

Schon zuvor war die Poststelle neu eingerichtet worden im ehemaligen Umspannwerk am Dorfteich. Hier war dann Frau Kusier viele Jahre die Postfrau für Fraßdorf und sie wußte schon beim Überreichen der Postkarte die Nachricht mündlich zu übermitteln.

Im zu Boths Gaststätte dazu gehörenden Saal, der bereits 1892 gebaut worden war, gab es über die Jahre verschiedentliche Tanzveranstaltungen, wie Maskenball, Ringreiterball, Feuerwehrball, Ernteball der LPG usw.

Einladung zum Tanz in Boths Gaststätte

Die Männer waren immer schon recht zeitig vor Tanzbeginn da, um einen Tisch freizuhalten. Wenn ihre Angetrauten zum offiziellen Einlaß erschienen, waren die Herren der Schöpfung oft schon gut angeschickert, denn man konnte ja nicht trocken da so rumsitzen und warten.

Und zu späterer Stunde dann gab es immer als kleine Zwischenmahlzeit Bockwürstchen mit Brötchen.

Viele Anekdoten werden noch heute von diesen Ausgeh-Abenden erzählt.

Wie schon oben erwähnt – gab es noch die Wirtschaften von Franz HARTGE und Karl RÖßLER (geb. 1901), dem Nachfolger von Max Rößler (geb. 1874).

Rößlers Wirtschaft befand sich an der Ecke des Dorfplatzes, dem früheren Bäckerplatz und Handwerkerviertel und bestand nur aus einer kleinen Gaststube mit drei Tischen und einem Billard. Karl Rößler war hauptsächlich Bauer mit ca. 18 ha Fläche.

Auf dem Bäckerplatz – Die Bauernwirtschaft und Restauration Karl Rößler. Der Bäckerplatz war das handwerkliche Zentrum Fraßdorfs. Hier waren außer des Bauern und Gastwirts Rößler auch der Schuster, die Gärtnerei, Bäckerei, Stellmacherei und die Schmiede ansässig.

An der Hausecke der Wirtschaft war damals eine Sonnenuhr angebracht, die bei Abriß des Gaststättengebäudeteils von Roswitha Schulze gerettet und gut verwahrt wurde. Diese Sonnenuhr konnte nach einer Überarbeitung durch unseren Schmiedemeister Gerald Paetzel zur 750-Jahrfeier von Fraßdorf dann an Rößlers Wohnhaus, in dem nun inzwischen Familie Wieser wohnt, gut sichtbar wieder angebracht werden. (siehe auch Artikel vom 14. August 2016)

Die Gaststätte von FRANZ HARTGE befand sich in der Mitte der Gasse (heute die Etzdorfer Straße) und hatte nebenbei auch einen kleinen Lebensmittelladen. Freitags gab es hier immer frische Hausschlachtewurst…

Jede der 3 Gaststätten  wurde von einer anderen Brauerei beliefert.

Both wurde beliefert von der „Schade-Brauerei“ Dessau, Hartge bezog „ABC-Bier“ (Aktien Brauerei Cöthen) und Karl Rößler schenkte Dessauer „Schultheiss-Patzendorfer“ aus.

Die beiden Kneipen von Hartge und Rößler bestanden wohl bis Ende der 1960iger  Jahre.

Im Jahr 1991 ist dann die Gaststätte von Heinz Both geschlossen worden, als der Besitzer Rentner wurde. Alle Männer des Dorfes begleiteten ihren „Kneiper Heinz Both“ in den wohlverdienten Ruhestand mit einem letztmalig ausgeschenkten Bier, aber auch mit einem weinenden Auge der Männer.

Einer der letzten Gäste hatte sich ein Andenken von Heinz Both abstempeln lassen
Alle Gäste sind zum letzten Bierausschank erschienen und haben ein letztes Bier mit ihrem
„Kneiper Heinz Both“ getrunken

In den Jahren nach der Schließung der Gastwirtschaft wurden dann bauliche Veränderungen vorgenommen. Die Gaststube wurde zu Wohnraum umgebaut und der Saal wurde 2007 abgerissen, so daß die frei gewordene Südseite des Hauses für eine Außenterasse hergerichtet werden konnte

Danach gab es nochmals eine Gaststätte (von ca. 1991 bis etwa 1998?) auf der Domäne in dem ehemaligen Ochsenstall, der schon in den 1960iger Jahren als Kulturraum für die Dorfbewohner umgebaut worden war und heute immer noch als Veranstaltungssaal im Dorfgemeinschaftshaus  fungiert.

Roswitha Schulze, Günther Fischer